Städtereisen

Thun vor 200 Jahren: So klein war die Stadt an Aare und Schlossberg

Heute reicht Thun vom historischen Stadtkern bis weit in die ehemaligen Landwirtschaftsflächen rund um Dürrenast, Gwatt, Goldiwil und Strättligen. Vor 200 Jahren präsentierte sich ein völlig anderes Bild: Schlossberg, Hauptgasse, Rathausplatz, Unterstadt und Bälliz bildeten eine überschaubare Kleinstadt, die sich in wenigen Minuten durchqueren liess. Das Thun der 1820er-Jahre lag noch hinter Toren und Mauern. Rund um den Stadtkern dominierten Gärten, Wiesen, feuchte Böden und einzelne Gewerbebetriebe. Militär, Tourismus, Eisenbahn und Industrie sollten das Wachstum erst in den folgenden Jahrzehnten beschleunigen.

Weiterlesen

Kunst, an der täglich Tausende vorbeigehen: Die versteckten Kunstwerke von Thun

Skulpturen auf Plätzen, Arbeiten an Gebäuden und überraschende Eingriffe in den Stadtraum: In Thun befindet sich Kunst oft dort, wo sie im Alltag kaum noch bewusst wahrgenommen wird. Mehr als 100 Werke bilden eine über die Stadt verteilte Sammlung, die ohne Eintrittskarte und feste Öffnungszeiten zugänglich ist. Wer genauer hinschaut, entdeckt die Kunst nicht nur in der historischen Altstadt. Sie erscheint in Parks, auf Dächern, bei Schulen, in Kirchen und an Orten, die zunächst vor allem als Verkehrs- oder Aufenthaltsräume wahrgenommen werden. Gerade diese Verbindung mit dem täglichen Leben macht ihren besonderen Reiz aus.

Weiterlesen

Thuner Quartiere: Warum Lerchenfeld, Dürrenast, Gwatt & Co. unterschiedlich sind

Thun besteht offiziell aus 13 Quartieren. Doch ihre Unterschiede reichen weit über Namen und Verwaltungsgrenzen hinaus. Frühere Dörfer, eingemeindete Gemeinden, Verkehrsachsen, der Waffenplatz, die Aare und der Thunersee haben Stadtteile mit eigenen Identitäten entstehen lassen. Wer Thun nur mit Schloss, Altstadt und See verbindet, übersieht einen grossen Teil der Stadtgeschichte. Lerchenfeld, Dürrenast, Gwatt, Goldiwil oder das Westquartier entwickelten sich unter völlig anderen Voraussetzungen. Einige blieben lange ländlich, andere wurden durch Genossenschaftsbauten, Bahnlinien oder den Tourismus geprägt.

Weiterlesen

Warum die Trottoirs in Thuns Oberer Hauptgasse oben liegen

Die Obere Hauptgasse in Thun besitzt ein Strassenprofil, das selbst unter den historischen Städten der Schweiz ungewöhnlich wirkt: Auf beiden Seiten führen erhöhte Trottoirs an den Häusern entlang, während die eigentliche Gasse deutlich tiefer liegt. Diese Hochtrottoirs bilden keine nachträglich aufgesetzte Aussichtsplattform, sondern sind das Ergebnis einer jahrhundertelangen baulichen Entwicklung. Ihre Entstehung lässt sich nicht mit einer einzigen Massnahme zweifelsfrei erklären. Die bauhistorische Forschung vermutet, dass die Gasse zur Verringerung ihrer Steigung längs abgegraben wurde. Die Hauseingänge blieben dabei auf dem früheren Niveau und mussten durch vorgezogene Geschosse, Terrassen und Treppen neu erschlossen werden. So entstand nach und nach die heute charakteristische zweigeschossige Ladenzeile.

Weiterlesen

Thun unter der Oberfläche: Welche Spuren der alten Stadt heute noch verborgen sind

Unter den Gassen, Plätzen und Häusern von Thun liegt kein geschlossenes Labyrinth, sondern ein vielschichtiges Archiv aus Mauern, Fundamenten, Kellern und verfüllten Gräben. Einzelne Befunde reichen bis zu den mittelalterlichen Stadterweiterungen zurück und verändern das Bild einer Stadt, deren Geschichte oberirdisch oft jünger wirkt, als sie tatsächlich ist. Archäologische Untersuchungen zeigen, wo frühere Befestigungen verliefen, wie Häuser organisiert waren und weshalb ganze Grundstücke zeitweise wieder zu Gärten wurden. Viele Spuren bleiben jedoch unsichtbar, weil sie in privaten Kellern liegen, in Neubauten integriert, nach einer Untersuchung wieder überdeckt oder durch moderne Eingriffe beseitigt wurden.

Weiterlesen

Schweizer Fasnacht entdecken: Basel, Luzern, Bellinzona und regionale Bräuche

Die Schweizer Fasnacht ist kein landesweit einheitliches Fest. Zwischen dem nächtlichen Morgestraich in Basel, dem lauten Urknall in Luzern, dem Rabadan in Bellinzona und den wilden Maskengestalten des Lötschentals liegen deutliche Unterschiede. Termine, Musik, Figuren, Sprache und Verhalten des Publikums folgen regionalen Traditionen, die weit über farbige Kostüme und Umzüge hinausreichen. Wer eine Fasnacht erstmals besucht, sollte deshalb zunächst die gewünschte Form des Erlebnisses wählen. Basel wirkt anders als die Zentralschweiz, ein städtischer Grossanlass anders als ein Maskenbrauch in einem Bergtal. Fahrplan, Unterkunft, warme Kleidung, Gehörschutz und Kenntnisse der örtlichen Regeln tragen dazu bei, dass aus einem spontanen Ausflug ein respektvoller Besuch wird.

Weiterlesen

Schweizer Bahnnetz: Was in zehn Jahren dazugekommen ist

Neue Basistunnel, eine grenzüberschreitende Verbindung bei Genf und zusätzliche Gleise an stark belasteten Stellen: Die Schweiz hat ihr Bahnnetz in den vergangenen zehn Jahren gezielt erweitert. Der Ausbau zeigt sich allerdings nicht nur in zusätzlichen Streckenkilometern, sondern auch in kürzeren Reisezeiten und mehr Platz für Züge. Dieser Rückblick betrachtet die Entwicklung zwischen Ende 2015 und Ende 2025. Damit umfasst er zehn abgeschlossene Jahre und berücksichtigt tatsächlich in Betrieb genommene Anlagen. Bauvorhaben, die erst geplant sind oder noch ausgeführt werden, zählen nicht als fertige Erweiterungen. Für die Bilanz ist eine Unterscheidung entscheidend: Eine neue Bahnverbindung verlängert das Streckennetz. Zusätzliche Gleise entlang einer bestehenden Verbindung erhöhen dagegen vor allem deren Kapazität. Und ein neuer Tunnel, der einen alten ersetzt, bedeutet nicht automatisch, dass das Netz um seine gesamte Länge wächst.

Weiterlesen

Schweizer Kleinstädte für ein Wochenende: Kultur, Genuss und kurze Wege

Ein Wochenende in einer Schweizer Kleinstadt braucht weder lange Transfers noch ein dichtes Besichtigungsprogramm. Historische Altstädte, Museen, regionale Küche, Fluss- und Seeufer liegen vielerorts so nah beieinander, dass sich Kultur und Genuss bequem zu Fuss verbinden lassen. Murten, Solothurn, Thun, Aarau oder Bellinzona zeigen dabei sehr unterschiedliche Seiten des Landes: zweisprachige Stadtgeschichte, barocke Architektur, alpine Kulissen, zeitgenössische Kunst oder mittelalterliche Befestigungen. Gerade für zwei Nächte sind kurze Wege ein Vorteil. Nach der Ankunft muss kein komplexes Verkehrssystem verstanden werden, und zwischen Museum, Restaurant und Spaziergang bleibt genügend Zeit für spontane Entdeckungen. Entscheidend ist weniger die Zahl der Programmpunkte als die Wahl einer Stadt, deren Charakter zum Wochenende passt. Wer Kultur, Essen und einen landschaftlichen Kontrast verbindet, kann bereits innerhalb weniger Tage überraschend viel erleben.

Weiterlesen

Kanton Bern erleben: Bundesstadt, Seen, Genuss und alpine Ferienwelten

Der Kanton Bern reicht von den Rebhängen am Bielersee über die Bundesstadt und die Hügel des Emmentals bis zu den Gletschern des Berner Oberlands. Deutsch und Französisch, Landwirtschaft und Präzisionsindustrie, UNESCO-Welterbe und lebendige Städte treffen hier aufeinander. Kaum ein anderer Kanton zeigt so viele Seiten der Schweiz auf einmal. Mit einer Fläche von knapp 5’960 Quadratkilometern ist Bern der zweitgrösste Kanton der Schweiz. Ende 2024 lebten 1’071’216 Menschen im damaligen Kantonsgebiet. Diese Zahl schloss Moutier noch ein: Die Stadt mit rund 7’300 Einwohnern wechselte am 1. Januar 2026 zum Kanton Jura. Seither umfasst der Kanton Bern 334 politische Gemeinden.

Weiterlesen

Kanton Bern im Porträt: Sehenswürdigkeiten, Natur, Wirtschaft und Ausflugsziele

Kaum ein anderer Schweizer Kanton wechselt sein Gesicht so häufig wie Bern. Zwischen den französischsprachigen Höhen des Berner Juras und den vergletscherten Gipfeln des Oberlands liegen die Bundesstadt, alte Marktorte, Industriestandorte, Weinberge, Bauernland und drei grosse Seenlandschaften. Wer Bern nur mit Bundeshaus, Bär und Berner Oberland verbindet, kennt deshalb erst einen Teil der Geschichte. Der Kanton ist zugleich politisches Zentrum, grösster Industriekanton der Schweiz, zweisprachiger Lebensraum und eine der vielfältigsten Ferienregionen des Landes.

Weiterlesen

Empfehlungen