Bern im Glück: Heims Tor aberkannt, Abols trifft
von belmedia Redaktion Allgemein Bern Eishockey Magazine nachrichtenticker.ch National League News Orte Regionen Schweiz Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Tessin Themen Verbreitung Vereine
Der SC Bern gewinnt beim HC Ambri-Piotta mit 2:1 nach Verlängerung und profitiert von einer dramatischen Entscheidung in der Schlussminute. André Heim trifft in der 65. Minute zum vermeintlichen Ambri-Sieg, doch die Schiedsrichter annullieren das Tor nach Videokontrolle wegen eines knappen Offsides. Nur 21 Sekunden später erzielt Rodrigo Abols den Berner Siegtreffer. Die Leventiner verlieren damit zum vierten Mal hintereinander in der Gottardo Arena.
Michael Joly bringt Ambri im Mitteldrittel bei doppelter Überzahl in Führung. Waltteri Merelä gleicht ebenfalls im Powerplay für Bern aus. Danach bleibt die Begegnung bis in die Schlussphase der Verlängerung offen. Beim Stand von 1:1 jubeln die 6’667 Zuschauer bereits über Heims vermeintlichen Siegtreffer, bevor die Videokontrolle die Szene entscheidend verändert.
Besonders bemerkenswert ist Ambris Leistung angesichts der personellen Probleme. Mit Tim Heed und Jesse Virtanen fehlen Trainer Jussi Tapola zwei seiner wichtigsten ausländischen Verteidiger. Trotzdem gewinnen die Tessiner das Schussduell mit 34:29 und setzen Bern über weite Strecken unter Druck. Am Ende bleibt ihnen lediglich ein Punkt.
Ambri spielt ohne Heed und Virtanen
Die Ausgangslage ist für die Leventiner alles andere als einfach. Mit Tim Heed und Jesse Virtanen fehlen zwei Verteidiger, die im Spielaufbau, beim Scheibenbesitz und in Überzahlsituationen eine zentrale Rolle einnehmen.
Beide können verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden. Das bestätigt die bereits vor der Begegnung bekannte angespannte Personalsituation in Ambris Defensive.
Immerhin kehrt Luc Bachmann in die Mannschaft zurück. Auch Nathan Borradori steht nach seiner abgesessenen Sperre wieder zur Verfügung.
Tapola muss mit fünf ausländischen Spielern auskommen und seine Verteidigung entsprechend umstellen.
Joly bringt Ambri in Führung
Ambri beginnt engagiert und zwingt die Berner immer wieder zu Defensivarbeit. Besonders die Angriffsreihe mit Inti Pestoni, Petr Kodytek und Michael Joly sorgt für gefährliche Situationen.
Das erste Drittel endet torlos.
In der 27. Minute nutzen die Gastgeber eine doppelte Überzahl. Laurent Dauphin Schnarr bereitet den Angriff vor, Joly trifft bei fünf gegen drei zum 1:0.
Bern findet aber eine Antwort. In der 35. Minute erzielt Waltteri Merelä nach Vorarbeit von Emil Bemström im Powerplay den Ausgleich.
Damit steht es nach 40 Minuten 1:1.
Ambri setzt Bern weiter unter Druck
Im Schlussdrittel bleibt Ambri die aktivere Mannschaft. Die Leventiner suchen konsequent die Entscheidung und erarbeiten sich weitere Abschlussmöglichkeiten.
Bern-Torhüter Christof von Burg hält seine Mannschaft mit wichtigen Paraden im Spiel.
Auf der Gegenseite zeigt auch Ambri-Keeper Ludovic Wüthrich eine konzentrierte Leistung.
Keine Mannschaft erzielt im dritten Abschnitt einen Treffer. Die Partie geht in die Verlängerung.
Heim trifft – doch der Jubel verstummt
Die dramatischste Szene folgt nach viereinhalb Minuten in der Overtime.
André Heim reagiert nach einem Abpraller am schnellsten und befördert die Scheibe ins Berner Tor. Die Gottardo Arena explodiert. Ambri glaubt, den zweiten Punkt gesichert zu haben.
Doch die Schiedsrichter überprüfen den Angriff auf Video.
Die Bilder zeigen ein knappes Offside beim Eintritt in die Angriffszone. Der Treffer bei 64:32 wird annulliert.
Besonders bitter ist diese Entscheidung für Heim, der früher selbst beim SC Bern spielte.
Abols entscheidet sieben Sekunden vor Schluss
Die Verlängerung läuft weiter. Bern nutzt die unverhoffte zweite Chance.
Mikko Aaltonen bringt die Scheibe von der rechten Seite gefährlich vor das Ambri-Tor. Rodrigo Abols reagiert schneller als die Verteidigung und überwindet Wüthrich.
Die Uhr zeigt 64:53 – sieben Sekunden vor Ablauf der Verlängerung.
Aus dem vermeintlichen Sieg für Ambri wird innerhalb von 21 Spielsekunden eine Niederlage.
Für Bern ist es ein aussergewöhnlich glücklicher Ausgang. Die Mannschaft von Trainer Gerard Gallant nimmt zwei Punkte aus der Leventina mit.
Ambris Heimschwäche bleibt bestehen
Trotz der Enttäuschung zeigt Ambri eine engagierte Leistung.
34 Torschüsse, gefährliche Überzahlaktionen und längere Druckphasen sprechen für die Leventiner. Gerade ohne Heed und Virtanen besitzt dieser Auftritt sportlichen Wert.
Allerdings bleibt die Heimbilanz problematisch. Vier Niederlagen hintereinander in der Gottardo Arena passen nicht zu den Ambitionen der Mannschaft.
Mit 15 Punkten aus zehn Partien liegt Ambri nun auf Rang acht. Bern folgt mit 14 Punkten aus neun Begegnungen auf Platz neun.
Am Freitag, 16. Oktober, gastieren die Leventiner beim EHC Kloten. Bern trifft am selben Abend auswärts auf Fribourg-Gottéron.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert