Philippe Gaydoul steigt beim SC Bern ein

Beim SC Bern zeichnet sich eine bedeutende Veränderung im Aktionariat ab. Nach Recherchen der Berner Zeitung gehört Philippe Gaydoul inzwischen zu den Grossaktionären der SCB Group. Der frühere Besitzer des EHC Kloten und ehemalige Präsident des Schweizer Eishockeyverbandes kehrt damit nach mehreren Jahren im Hintergrund ins Schweizer Klub-Eishockey zurück.

Offiziell bestätigt hat der SC Bern die Beteiligung allerdings nicht. Verwaltungsratspräsident Carlo Bommes äussert sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Aktionären, auch Gaydoul selbst hält sich bei Fragen zu privaten und geschäftlichen Beteiligungen bedeckt. Fest steht deshalb lediglich: Mehrere aktuelle Berichte führen den 54-Jährigen als bedeutenden Anteilseigner des SCB, Angaben zur Höhe seines Aktienpakets sind nicht öffentlich.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Der SC Bern befindet sich nach schwierigen sportlichen Jahren mitten in einer organisatorischen und sportlichen Neuausrichtung. Gleichzeitig schloss die SCB Group die Saison 2025/26 mit einem Verlust von 175’794.37 Franken ab. Mit Gaydoul wäre nun ein Unternehmer mit erheblicher wirtschaftlicher Erfahrung und einer langen Vergangenheit im Schweizer Eishockey im Aktionariat vertreten.

Gaydoul kennt das Schweizer Eishockey bestens

Philippe Gaydoul ist im Schweizer Eishockey kein Unbekannter.

Von 2009 bis 2012 stand er als Präsident an der Spitze des Schweizer Eishockeyverbandes. Anschliessend engagierte er sich beim EHC Kloten und übernahm dort die Aktienmehrheit.

Unter Gaydoul investierte Kloten erheblich in seine Mannschaft. 2014 erreichte der Klub den Playoff-Final gegen die ZSC Lions, ehe Gaydoul sein Engagement später wieder beendete.

Nun führt sein Weg offenbar nach Bern.

Anders als damals in Kloten deutet derzeit nichts darauf hin, dass Gaydoul beim SCB operativ auftreten soll. Sein Engagement spielt sich nach aktuellem Informationsstand im Hintergrund auf Aktionärsebene ab.

SCB hält Besitzverhältnisse unter Verschluss

Die genaue Zusammensetzung des SCB-Aktionariats ist nicht öffentlich.

Bekannt ist, dass es nach dem Rückzug des langjährigen CEO und Verwaltungsratspräsidenten Marc Lüthi Verschiebungen gegeben hat. Zu den öffentlich bekannten Namen gehört weiterhin NHL-Star Roman Josi, der 2020 beim Klub eingestiegen war.

Mark Streit zog sich dagegen 2024 aus dem Aktionariat zurück.

Auch Verwaltungsratspräsident Carlo Bommes und Vizepräsident Alex Wassmer werden als Anteilseigner genannt. Der SCB macht zu den konkreten Beteiligungsverhältnissen jedoch keine Angaben.

Deshalb ist auch bei Gaydoul wichtig: Sein Einstieg wird von mehreren Quellen übereinstimmend berichtet, vom Klub selbst aber weder bestätigt noch dementiert.

Bern befindet sich mitten im Neustart

Sportlich und organisatorisch kommt die Veränderung in einer entscheidenden Phase.

Der Verwaltungsrat hatte im Sommer angekündigt, den SC Bern grundlegend neu auszurichten und die Zusammenarbeit innerhalb der SCB Group zu stärken. Unter Sportdirektor Martin Plüss wurde gleichzeitig der Kader umgebaut, Serge Aubin übernahm als neuer Trainer.

SportAktuell hat den grossen Neustart des SC Bern vor der Saison 2026/27 bereits ausführlich eingeordnet.

Finanziell bleibt der Klub trotz seiner aussergewöhnlichen Zuschauerbasis gefordert. In der Saison 2025/26 kamen durchschnittlich 15’505 Zuschauer zu den Heimspielen, dennoch resultierte ein Verlust von knapp 176’000 Franken.

Ein finanzstarker Aktionär wie Gaydoul könnte deshalb langfristig zusätzliche Stabilität bringen. Welche Rolle er tatsächlich übernehmen wird, ist derzeit allerdings offen.

Sportlich wartet noch viel Arbeit

Der Neustart hat auf dem Eis bislang noch nicht zu konstanten Resultaten geführt.

Nach sieben absolvierten Partien steht der SC Bern bei neun Punkten und auf Rang zwölf. Zuletzt verloren die Berner bei den Rapperswil-Jona Lakers mit 3:4 nach Verlängerung.

Damit bleibt der Druck gross, den sportlichen Umbau möglichst rasch in Resultate umzusetzen.

Ob Gaydouls Einstieg dabei künftig auch Einfluss auf strategische Entscheidungen, Investitionen oder Infrastrukturprojekte haben wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beurteilen.

🏒 GAYDOUL UND DER SC BERN

  • Philippe Gaydoul wird laut aktuellen Recherchen als Grossaktionär der SCB Group geführt.
  • Der SC Bern bestätigt oder dementiert einzelne Beteiligungen grundsätzlich nicht.
  • Gaydoul war von 2009 bis 2012 Präsident des Schweizer Eishockeyverbandes und später Mehrheitsbesitzer des EHC Kloten.
  • Der SCB schloss die Saison 2025/26 mit einem Verlust von 175’794.37 Franken ab.
📊NATIONAL LEAGUE 2026/27 – AKTUELLER STAND
Rang / Team Sp. Tore Diff. Pkt.
1. ZSC Lions 8 34:18 +16 23
2. Genève-Servette HC 10 30:27 +3 18
3. SCL Tigers 9 34:29 +5 15
4. HC Ambri-Piotta 9 25:30 -5 14
5. HC Ajoie 9 28:27 +1 14
6. Fribourg-Gottéron 9 27:22 +5 14
7. HC Davos 9 24:24 0 13
8. Lausanne HC 9 28:32 -4 12
9. Rapperswil-Jona Lakers 9 27:35 -8 11
10. EV Zug 6 22:14 +8 10
11. EHC Biel-Bienne 8 27:28 -1 10
12. SC Bern 7 21:23 -2 9
13. HC Lugano 7 26:26 0 8
14. EHC Kloten 9 18:36 -18 6

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert