ZSC Lions dominieren – doch dahinter ist die National League völlig offen
von belmedia Redaktion Allgemein Bern Eishockey Freiburg Genf Graubünden Jura Magazine nachrichtenticker.ch National League News Orte Regionen Schweiz Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch St. Gallen swisshockey.ch Tessin Themen Verbreitung Vereine Waadt Wallis Zug Zürich
Die ZSC Lions spielen bislang in einer eigenen Liga. Mit 42 Punkten aus 16 Spielen führen die Zürcher die National League souverän an. Doch hinter dem Leader präsentiert sich die Meisterschaft aussergewöhnlich ausgeglichen. Zwischen dem zweitplatzierten HC Ambri-Piotta und Schlusslicht EHC Kloten liegen gerade einmal elf Punkte. Der Kampf um die Playoffplätze verspricht damit enorme Spannung.
Die Zahlen zeigen, wie eng das Feld tatsächlich ist. Fribourg-Gottéron auf Rang drei und der HC Lugano auf Platz zwölf trennen lediglich acht Punkte. Zwischen dem viertplatzierten Genève-Servette und dem zehntplatzierten HC Davos beträgt die Differenz sogar nur fünf Zähler. Mehrere Mannschaften können mit zwei erfolgreichen Spielen zahlreiche Tabellenplätze gutmachen.
Besonders interessant ist der EV Zug. Die Zentralschweizer stehen mit 22 Punkten lediglich auf Rang acht, haben allerdings erst elf Partien absolviert. Mit durchschnittlich zwei Punkten pro Spiel besitzt Zug hinter den ZSC Lions die zweitbeste Ausbeute der gesamten Liga. Die unterschiedlich vielen absolvierten Begegnungen machen die Ausgangslage noch spannender.
Die ZSC Lions sind die grosse Ausnahme
Die Mannschaft von Claude Julien hat 15 ihrer ersten 16 Meisterschaftsspiele gewonnen. Mit einem Torverhältnis von 67:35 und einer Punktequote von 2,63 stehen die Zürcher deutlich vor der Konkurrenz.
Nur der HC Davos konnte die Lions bislang bezwingen. Die Bündner gewannen am 20. Oktober in Zürich mit 3:2 und beendeten damit die historische Siegesserie der ZSC Lions.
Inzwischen beträgt der Vorsprung auf Ambri-Piotta 13 Punkte. Dennoch wäre es falsch, aus der Zürcher Überlegenheit auf eine insgesamt einseitige Meisterschaft zu schliessen.
Zwischen Ambri und Kloten liegen nur elf Punkte
Ein Blick auf die Rangliste zeigt eine bemerkenswerte Verdichtung.
Ambri liegt mit 29 Punkten auf Rang zwei, Kloten steht mit 18 Zählern am Tabellenende. Dazwischen befinden sich zwölf Mannschaften, deren Abstände häufig nur ein oder zwei Punkte betragen.
Besonders eng ist die Situation zwischen Rang vier und zehn. Genève-Servette und die SCL Tigers besitzen jeweils 26 Punkte, Davos deren 21.
Auch im Tabellenkeller sind die Unterschiede gering. Biel liegt bei 20, Lugano bei 19 sowie Rapperswil-Jona und Kloten bei jeweils 18 Punkten.
Ein Dreipunktesieg kann deshalb innerhalb weniger Tage erhebliche Verschiebungen auslösen.
Zug ist der heimliche Zweite
Die grösste Besonderheit der aktuellen Tabelle ist der EV Zug.
Nach elf Spielen stehen die Zentralschweizer bei 22 Punkten. Damit beträgt ihre Ausbeute exakt zwei Punkte pro Begegnung.
Zum Vergleich: Ambri erreicht 1,81, Fribourg 1,69 und Bern 1,67 Punkte pro Spiel.
Bei Zug lässt die geringe Zahl absolvierter Begegnungen die Platzierung deutlich schlechter erscheinen, als es die bisherige Punkteausbeute vermuten lässt.
Die Zuger haben beispielsweise fünf Spiele weniger bestritten als Ambri und sieben weniger als Lausanne.
Die Punktequote bildet ihre bisherige Leistung deshalb aussagekräftiger ab als die blosse Rangposition.
Auch traditionelle Spitzenklubs müssen kämpfen
Der HC Davos steht mit 21 Punkten aus 17 Partien lediglich auf Rang zehn. Dabei haben die Bündner ihre Qualität mit dem Sieg gegen die Lions bereits unter Beweis gestellt.
Der SC Bern befindet sich mit 25 Punkten auf Rang sechs, während Lausanne mit 24 Zählern auf Platz sieben liegt.
Auch Lugano erlebt eine schwierige Phase. Die Tessiner verfügen über 19 Punkte aus 16 Spielen und müssen um den Anschluss an die Play-in-Plätze kämpfen.
Gleichzeitig behaupten sich Mannschaften wie Ambri, Langnau und Ajoie in einem Teilnehmerfeld, in dem praktisch jede Begegnung direkte Auswirkungen auf die Tabelle haben kann.
Der Kampf um die Playoffs bleibt offen
Nach der Qualifikation mit 52 Spielen erreichen die ersten sechs Mannschaften direkt die Playoffs. Die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn bestreiten das Play-in.
Gerade an dieser Grenze sind die Unterschiede derzeit gering.
Bern besitzt auf Rang sechs 25 Punkte, Davos auf Platz zehn deren 21. Dazwischen liegen Lausanne, Zug und Ajoie.
Für die Mannschaften im unteren Tabellenbereich ist deshalb noch vieles möglich. Allerdings zeigen die unterschiedlichen Punktequoten, dass eine reine Betrachtung der Rangliste nicht genügt.
Die aktuelle Enge bedeutet zudem nicht automatisch, dass sämtliche Teams über die gesamte Saison gleich stark bleiben.
Die nächsten Direktduelle könnten viel verändern
Bereits am Freitag, 30. Oktober, treffen mit Zürich und Ambri die beiden bestplatzierten Mannschaften aufeinander.
Gleichzeitig kommt es zwischen Biel und Kloten zu einer wichtigen Begegnung im unteren Tabellenfeld.
Auch Davos gegen die Lakers und Fribourg gegen Genève-Servette haben unmittelbare Bedeutung für die Rangordnung.
Am Samstag folgen unter anderem das Tessiner Derby zwischen Ambri und Lugano sowie die Begegnung zwischen Bern und Zug.
Die kommenden Runden werden zeigen, welche Mannschaften ihre bisherige Punkteausbeute bestätigen können. Eines steht bereits fest: Hinter dem überragenden Tabellenführer ist die National League alles andere als entschieden.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert